Unter den Tulpen gibt es immer die eine oder andere Nachzüglerin, die dann mit dem Mohn oder den ersten Rosen um die Wette blüht.

Der orange Mohn gibt mir jedes Frühjahr das Gefühl, noch NIE SO schön geblüht zu haben.
Was haben Wels und Rom gemeinsam? Das Franziskusbrot, das früher Hermann hieß. Petra, Thomas und Carina haben uns ein herzliches und liebevolles Paktl mit einem Viertel dieses Teigs geschickt. Inzwischen ist er von uns gefüttert und drei Teile davon wieder weiter gegeben worden. Morgen wird unser Anteil gebacken. Bin schon sehr gespannt. Danke.
ist mein Baum. Seien es die Pfeifen, die ich als Kind aus den Ästen gebastelt habe, die Dielen in unserem Haus, das reinigende Harz, das ich zum Räuchern verwende oder die rötlichen Nadeln, die im Stall auf der Krippe als Unterlage für die Heilige Familie dienen- die Lärche ist Teil meines Daseins. Es war eine Augenweide, auf dem Weg zur Sulzalm, dieses einzigartige Grün der austreibenden Lärchenbäume zu sehen. Paradiesisch.
Hermann hat sich sehr genau überlegt, womit er unseren Besuch kulinarisch verwöhnen möchte. Immerhin ist Kochen und Essen eine der großen Leidenschaften von Claudia. Pasta e lenticchie musste dabei sein und da sich das Dreimäderlhaus schon sehr darauf gefreut hat, wieder mit Hermann zu kochen, war der Plan klar. Die Mädels machen die Nudeln selber. Aus dem bereits bewährten Rezept haben sie den Nudelteig gemacht, geknetet, ausgerollt und geschnitten. Es war herzerwärmernd mit welcher Begeisterung und mit welcher Ausdauer sie unter Hermanns spielerischer Anleitung die Malfatti für dieses Gericht zubereitet haben.
So ein Besuch hat viele Facetten, die ich mag. Endlich wird einmal der ganze Tische gebraucht, auf jedem Platz steht ein Teller und die Behältnisse und Gläser weisen auf die Geschmacksvielfalt des Lebens hin.
Eines der liebsten Zeichen ist mir die große Zufriedenheit und die rechtschaffene Müdigkeit unserer Vierbeiner. Bis zum Umfallen sind sie immer bei allem dabei, im speziellen Emma und Vega. Aber auch für Cipollino stellen Besuche noch eine Herausforderung dar: Wo soll ich denn jetzt schlafen, bei so vielen Möglichkeiten? So viele Kniekehlen ganz für mich alleine.
die Sträußchen, die beim Spaziergang oder bei der Wanderung gepflückt werden, mehr werden-

wir mit Zeichnungen beschenkt werden-

der Eingangsbereich diesen Anblick bietet-

und vor dem Haus allerhand fremde Gefährte zu sehen sind-

dann haben wir Besuch. Claudia war mit ihren drei Mädels da und am Donnerstag ist Robert nachgekommen. Ein volles Haus.
Manchmal habe ich das Gefühl, dass das die klassischen Frauengeschichten sind. Das ist noch zu tun- es ist immer etwas zu tun, da habe ich Ja gesagt, die schaut vorbei, das Mail oder der Anruf verlangt eine Antwort und schon bin ich mitten in der Fremdbestimmung und der andauernden Überforderung. Und meistens muss es schon recht ächzen und mühsam werden bis ich mir dessen bewußt werde, beziehungsweise mir eingestehe, dass ich nicht mehr so gut FUNKTIONIERE , wie ich es vor Jahren noch konnte.
Gott sei Dank gibt es da dann immer einen Moment der Besinnung. Diesmal war es einer der Titel der Übungsstücke, die Eva für die Übertrittsprüfung lernen soll.
KISS THE RAIN, eine Melodie, die sofort unter die Haut geht. Ja, und der Gedanke, den Regen zu küssen, hat was.

Ich habe eine Palette an Tätigkeiten, die mich wieder zu MIR SELBER bringen.
Sonnenstrahlen einfangen

gehen, eingehen, ausgehen, ergehen.

der Musik lauschen

und wenn alles gar nichts mehr nützt, mich auf die obere Terrasse zu setzen- ganz allein- und ein spezielles Bier trinken. Diesmal war es VOGELWUID, weil es eine recht treffende Benennung dieser Zustände ist.
Am liebsten wäre mir aber, dass ich mich gar nicht so hineinbegebe in dieses NEBEN oder AUßER MIR SEIN.
hat die Klockerei gerade auf Lager. Unsere Schar ist immer noch fleißig am Legen, obwohl sich immer mehr der Damen wieder einmal fürs Brüten entscheiden. Und so haben wir uns für den Herbst und den Winter wieder Eier in Wasserglas eingelegt.

Ganz neu im Sortiment haben wir BAUSTELLENEIER anzubieten. In regelmäßigen Abständen bringen uns die Bauarbeiter Eier, die sie an den unmöglichsten Plätzen auf der Baustelle finden. Wie überall Nachbars Garten ist einfach interessanter, auch wenn es kein Garten mehr, sondern eine Baustelle ist.

In dem inzwischen fast 30 Jahre alten Kochbuch “Brot und herzhaftes Gebäck” hat Angelika ein Rezept für dieses Kichererbsenbrot gefunden:
¼ kg Kichererbsen über Nacht einweichen und im Quellwasser weichkochen. In 30 dag Dinkel- und 20 dag Weizenvollkornmehl mit 1 Würfel Hefe, 2 TL Honig und ⅜ l Wasser einen kleinen Vorteig gehen lassen, dann mit 1 TL Salz und den Kichererbsen zu einem Teig verkneten. Auf einem befetteten Backblech noch einmal gehen lassen, mit Finger oder Kochlöffel kleine Grübchen stechen und mit 5 dag Butter und dem restlichen Salz bestreichen. Bei 200° etwa eine halbe Stunde backen.
War bei mir viel schneller gebacken und daher auch recht dunkel. Vertrug beim Essen dann etwas Olivenöl aufgeträufelt und verlangt nach einer Weinbegleitung!
und wieder trägt mich die ErINNERung durch die Zeit.
Wir fahren durch die Crete, diese atemberaubende Landschaft, die Ehrfurcht und Ruhe in sich birgt. Sommer 2015, eine Zeit, die mir in ihren Bildern pralles Leben bringt und mich durch die Tristesse des Ausserferner Winters trägt.

Dann, diese Abbazia, diese Stille, das Grün, dieser Kreuzgang, diese Mönche in Weiß, die einen der Ihren zu Grabe tragen.

Im Klosterladen ersteht Hermann- ich bin bei Emma und Vega- einige LEBENSMITTEL, die von den Mönchen hergestellt werden. Wein, Weizen und Ceci.

Ja, und das ist bei mir der Brauch: von jedem Ort, den wir besuchen, wird ein LEBENSMITTEL mit nach Hause genommen.
Vermittler des Lebens, um durch den Alltag, der die Seele auffrisst, zu kommen.
Ein guter Brauch.
Eiin lebendiger Brauch.
Ein ÜBERLEBENSBRAUCH.