Archiv des Autors: Angelika

Am Friedhof

Es ist sehr selten der Fall, dass am Fasnachtstag kein schönes Wetter ist. Aber wenn die Prognosen Schnee oder Regen ankündigen, weiß ich meinen Vater immer fragende und klare Worte an die verstorbenen Fasnachtler richten. So auch heuer. Der verstorbene Obmann mit dem er sechs Mal das Schemenlaufen mit organisiert hat, hatte kein Weihwasser mehr im Weichbrunnenkessel. Daraufhin geht mein Vater mit dem Plastik einer abgebrannten Kerze in die Kirche und holt Weihwasser. Das Füllen des Weichbrunnen kommentiert er mit folgenden Worten: “Wenns miar do sou nass hobe, brausch du ou it in Truckene liege(viele Rufezeichen)”

Bei Schönwetter sind die Larven, die Gröller und die Gschaller außerhalb der Friedhofsmauer aufbewahrt. Und wenn ich die Fotos so betrachte, werde ich das Gefühl nicht los, dass die verstorbenen Fasnachtler beim Petrus heuer ein ganz besonderes Gehör gefunden haben.
So viel haben sie schon lange nicht mehr von der Fasnacht gesehen. Und sie wissen ja, die Imschter kennens- bei jedem Wetter.

Heilige Orte

Das hat die Imster Pfarrkirche noch nicht oft miterlebt, dass nicht die Messbesucher auf den Bänken Platz nehmen, sondern Larveln- eine schöner als die andere. Ein heiliges Gewimmel und Getümmel der besonderen Art. Petrus hat es wohl so angeordnet und so haben wollen.

Die vierte Generation

Viele meiner Fotos haben heuer eine Unschärfe. Nein, es war nicht der Schnee und nicht der Regen. Die Zacher haben wohl verschleiert, was für mein Auge klar war. Das Gefühl, wenn sie dann kommen, beim Aufzug, die, denen man sich verbunden und nahe fühlt, kann ich bis heute nicht beschreiben. Dafür habe ich bis heute noch keine Worte gefunden. Die vierte Generation Roller und Scheller der Familie Mark: Björn und Niklas
Zwei Roller, die ihrem Papa in ihrem Schlonz, ihrer Anmut, ihrer Sprungkraft, ihrem Können und ihrer Eleganz nicht viel nachstehen. Es ist wohl das Schwesterherz, das seinen Bruder immer noch als SCHIANSCHTEN ROLLER in Erinnerung hat.

Inser Fåsnåcht

Heuer war es nicht nur eine außergewöhnliche, ganz besondere, magische und mysthische Imschter Fåsnåcht, es war auch unsere Fåsnåcht- die von Hermann und mir.

Ein Tag, an dem ich kein Kind im Tragetuch oder in der Kraxe hatte, niemanden angezogen oder eingenäht habe, keine Fotos machen sollte, keinen Tee ausschenken oder Würstel herrichten durfte, niemandem dieses herrliche Treiben zu erklären hatte.

Nur schauen und hören und staunen und wundern und berührt sein und bereichert werden. Und ganz DERHUAM sein.

Bereits um fünf Uhr sind wir losgefahren um rechtzeitig zur Fasnachtsmesse zu kommen. Darüber und über das EINNÄHEN bei uns daheim wird Hermann schreiben, dazu habe ich keine Fotos( ganz meins).

Schnappschüsse

Iatz kimmt er wieder her, der Tåg…

Der höchste weltliche Feiertag der Imster. Morgen ist es soweit und mit all dem Kribbeln, dem Wissen und der Verbundenheit haben wir heute wieder einmal im Fasnachtsbuch geblättert und die Larve in die frische Luft gebracht, dass sie wieder einmal weiß, wie sich das anfühlt.

[ tags Fåsnåcht]

Es grünt

Ein Teil der Küchenkräuter treibt schon aus und auch der Glücksklee mag seinen neuen Platz.

Die Apothekerflascheln

Ganz abgesehen davon, dass ich derartige Gegenstände sehr mag, weil sie mich an diese wunderbaren und alten Räume erinnern, in denen man allerhand Heilsames erstehen konnte, sind sie mir oft die richtigen Behälter für besondere Kräuter, Ansätze oder Heilwässer.

Schon des ö(!)fteren bin ich durch Gespräche mit Freundinnen und Verwandten darauf aufmerksam gemacht worden, dass es SILBERWASSER gibt, das gerne auch bei Tieren verwendet wird.

Bei unserem letzten Besuch in Wels habe ich mir beim Biohof Achleitner wieder ein Sprühfläschchen mit Beschreibung mitgenommen. Bei Emma, Vega und ein paar Hennen habe ich es dann auch eingesetzt und war begeistert.
Zwei Telefonate und eine Recherche später war klar, wir bestellen ein Gerät, um dieses Mittel selber herzustellen.
Zum Namenstag habe ich dann auch noch ein passendes Buch mit vielen praktischen Hinweisen erhalten. Jetzt brodelt es ab und zu in der Hexenküche.
Das Heilwasser wird in seinen verschieden Konzentrationen in den Apothekerfläschchen aufbewahrt. Bei den angeschlagen Hennen wirkt es wahre Wunder.

Lawinenhund ohne Ausbildung

Die Wochenenden sind jene Zeiten, die Hermann gerne für seine Großküchenprojekte nutzt.
Seine Erfahrungen im Zusammenhang mit eingelegten Rohneneiern ist derart gefestigt, dass er schon einmal eine satte Portion auf Vorrat macht. Beim Hofer gibt es ab und zu österreichisches Wintergemüse aus biologischem Anbau. Davon habe ich zwei Sackeln mitgenommen. Unsere Mädels legen auch im Winter so brav, dass wir reichlich Eier haben. Also stand dem ausgetüftelten Unterfangen nichts mehr im Wege. Fast nichts.
Die Eier waren ausgewählt, alle etwa gleich groß, die Kochzeit nach unzähligen Versuchen festgelegt und das Abkühlen mit Hilfe von Schnee durchdacht.

Als Vega plötzlich mit einem Ei in der Schnauze vor der Türe lag, war klar, sie hat das Lager entdeckt und sich ihr Sonntagsfrühstück geholt. Vega findet Essbares immer und überall. Bei Schitouren haben wir immer etwas GUTES im Anorak, weil, auch ohne Ausbildung wird Vega sofort an der richtigen Stelle graben…

Nein, Emma ist nicht beleidigt. Nein, sie mag es auch nicht im Schnee zu liegen. Sie hat von Hermann einen Knochen bekommen. Da aber unsere Hennen auch ganz scharf auf die Flunselen und die Reste, die an den Knochen dranhängen sind, hat sie sich in Sicherheit gebracht. Nein, eigentlich den Knochen. In den tiefen Schnee gehen Hennen nicht freiwillig, also war das der perfekte Platz, um sich in aller Ruhe der Köstlichkeit hinzugebn.

Seit kurzem

sind wir blogger für SLOWFOOD. Ich mag diese Idee, die so sehr dem entspricht, was und wie ich den Umgang mit Ernährung und Lebensmittel von daheim mitbekommen habe.Ausgewählte Exemplare habe ich zum Geburtstag bekommen. Jedes einzelne eine Fundgrube und eine Bestätigung unserer Philosophie. Ganz nebenbei, eine der ganz großen Chancen dem Wirtschafts- und Ernährungswahn zu entgehen.

Die Stieglbrauerei

lässt sich immer wieder allerhand einfallen, wenn es um Bier geht. Diesmal, rechtzeitig für die Semesterferien, bieten sie eine Studentenkollektion an. Die Etiketten zieren stimmige Sprüche und Wortspielereien. Wir sind schon gespannt, wieviele Flaschen nach den Semesterferien noch voll sind.

Die Küchenkräuter und der Glücksklee

Draußen liegt Schnee und sehr viele freuen sich darüber. Ich brauche ihn nicht zu meinem Glück. In meinem Leben, bedingt durch ein Leben in der sogenannten Nordstaulage hatte ich schon genügend Wintertage, die reichen für ein ganzes Leben, wenn sie gut verteilt sind.
Das und das Faktum, dass wir im letzten Jahr ein Brachjahr hatten, haben wohl dazu geführt, dass ich wieder mit Erde, Grün und Saatgut experimentieren will.

Auslöser war der Glücksklee, den wir zum Jahreswechsel bekommen haben. Ganz eng war es ihm schon, in dem kleinen Plastiktopf. Im Depot hatte ich noch jede Menge getrocknete Torfstücke, die ich nicht so gerne zur Anzucht verwende. Da mache ich mir lieber meine eigene Spezialhennenmischung. Aber für dieses Winterexperiment und die nahrhafte Ergänzung vom Klee und all meinen übrigen Topfpflanzen waren sie perfekt geeignet.

Jetzt haben alle Blumen im Haus eine kräftigende Kur erhalten und ich bin gespannt, ob die Küchenkräuter auch im Winter wachsen wollen.

Sie dürfen nicht fehlen

die Goas und die Schafelen. Jedes schaut anders aus, ein jedes so gefasst, dass das Zirbenholzz noch durchschimmert und jede Locke der Schafwolle zu sehen ist.

Die Lampelen bleiben zumindest auf der Krippe immer Lampelen.

Sie dürfen nicht fehlen

die Goas und die Schafelen. Jedes schaut anders aus, ein jedes so gefasst, dass das Zirbenholzz noch durchschimmert und jede Locke der Schafwolle zu sehen ist.

Die Lampelen bleiben zumindest auf der Krippe immer Lampelen.

Je näher der Tag kommt,

an dem die Krippelen wieder an ihren Rastplatz kommen, desto öfter am Tag stehe ich davor, um mich genug satt zu sehen, bis wieder Weihnachten ist. Alles, der Berg, der Stall, das Grün, die Stauden, der Seifetz, der Hirschhoadrich und jede einzelne der Figuren haben eine( oder mehrere) Geschichten zu erzählen.

Und jedesmal bin ich in großer Bewunderung über die Kunst der Schnitzer. Die liebevollen Details, die ausdrucksstarken Gesten und Gesichter…