Ausräuchern und einsegnen

Es war mir eindeutig ZUVIEL, was da an Boshaftigkeit — einschließlich all ihrer Kollegen — ins Haus gebracht wurde und so habe ich einen Seelsorger gebeten, unser Haus auszuräuchern und einzusegnen.
Es war sehr feierlich, so ganz im Sinne: Befreiend nach hinten und stärkend nach vorne.
Danke für deine Seelsorge.

Räucherplatzl

Geräuchert wird in der Klockerei nicht nur zu den heiligen Zeiten, sondern auch wann immer die Luft gereinigt werden soll. In den letzten Wochen war sie im Dauereinsatz um einigen alten Mustern und den damit verbundenen Symbolen beim Gehen zu helfen. Danach war auch eine Reinigung der Räucherschale, die eine alte Dachschindel aus den Marken ist, angesagt. Von diesem Ort aus werden jetzt die NEUEN Feuer entfacht und zum Ausgeistern auch wieder hingebracht. Ein guter Ort, umgeben von Liebe und HOCHzeit.

Gartensplitter

Seit einem Monat blüht das Johanniskraut, dieser Lichtbringer nun schon. Erstmals hat es schon vor dem Johannistag (24.6.) seine Blüten geöffnet.

Wenn jemand geht oder gegangen ist, dann räuchere ich auch im Garten, beim Luftansaugstutzen, dann duftet das ganze Haus gleich mit.

So schön kann Unkraut sein.

Was ich heuer ganz besonders schätze ist die Verteilung der Reife. Gestern eine Hand voll Kirschen, heute eine Hand voll Ribisel, die Himbeeren warten auch noch. Kein Stress, wann ich wieviel verarbeiten soll, sondern kosten und genießen, verschenken und verteilen und alles zu seiner Zeit.

Von Harzen, Flechten und Moosen

Diese Überschrift birgt einige Jahrzehnte und einige Traditionen in sich.

Moos ist für mich einer jener intensiven Gerüche, die mich sofort vor die Krippe meines Vaters zurückbringt. Wenn dann am Hl. Abend der Christbaum mit den Kerzen und dem Moos um die Wette geduftet haben, dann war diese heilige und geweihte Nacht da.

Heuer sind Hermann und ich mit meinen Eltern Moos holen gegangen. Im Schauen und Suchen dieser unterschiedlichsten Gewächse von ganz nieder und dicht bis hin zu langstieligen Ministaudelen, ist mir die Idee gekommen, dass dieser wunderbare Duft uns bereits durch den Advent, als Teil unseres Adventkranzes, begleiten soll. Also haben wir uns in den Lechauen der grünen Vielfalt hingegeben.

Kurze Zeit später kam DIE SERVUS ins Haus. Eine Zeitschrift, bei der Vorsicht beim Blättern geboten ist. Immer gibt es die eine oder andere Idee, die anregt. Seien es Rezepte oder Bastelarbeiten. Diesmal war der Zeitung ein Büchlein mit dem Titel “RÄUCHERN MIT KRÄUTERN UND HARZEN” beigelegt.

Auch Räuchern ist alte Rauhnachttradition aus Kindheitstagen und in der Zwischenzeit verwende ich diese Tätigkeit ganz gerne zum Klären, Reinigen und Säubern manch dicker Luft!

Von einem Freund aus Dubai habe ich mir den Weihrauch schicken oder mitnehmen lassen. Und jetzt lese ich in diesem Büchlein- eh logisch, wenn mans weiß – dass die Harze unserer Bäume denselben Zweck erfüllen. Wohl eher noch den stimmigeren, bin ich doch eine Vertreterin der Theorie, dass das dem Körper am wohlsten tut, was in seiner Nähe wächst und gedeiht.

Mit Taschenmesser und Sackl ausgerüstet haben wir uns auf die Suche gemacht- sehr zur Freude unserer Hunde. So oft und so viel Wald!!!!

Die Freude über die Ernte ist groß, die Vorfreude auf das Räuchern erst recht.

Das Lärchenharz fehlt noch, aber der Wald ist nah und Emma und Vega sind bereit.

Naja und beim Durchblättern des Büchleins bin ich an altes Wissen, was das Räuchern mit Kräutern und Flechten betrifft, erinnert worden. Also ab in den Garten und die letzten Zweige von Minze, Salbei und Majoran geschnitten. Meine Nase fängt schon an zu kitzeln ob der Vorfreude auf all diese Düfte….